Ab in den Garten

Jetzt im Frühling steht für Hobbygärtner viel Arbeit an. Wer jetzt fleißig ist, wird im Sommer mit blühenden Landschaften, einem satten Rasen und leckere Obst und Gemüse aus dem Garten belohnt.

Der Rasen braucht jetzt viel Aufmerksamkeit
Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen beginnt der Rasen wieder zu wachsen. Ein erster Schnitt macht daher jetzt im Frühjahr bereits Sinn, sagt Garten- und Landschaftsarchitekt Matthias Nickel: „Der Rasen sollte jetzt im Frühling kurz gemäht und kreuzweise vertikutiert werden, zudem braucht er jetzt eine Kur.“ Und die besteht aus einem Gemisch aus Rasendünger, Sand und Rasensamen so Nickel. Dann hat man direkt zu Beginn der Gartensaison nach wenigen Wochen wieder einen schönen, dichten Rasen. Wer möchte, kann dann nochmal im Sommer und Herbst nachdüngen. Im Herbst sollte allerdings Kalium beigemischt werden, damit der Rasen gut über den Winter kommt. Wann der Dünger jetzt im Frühjahr aufgebracht wird, sollte aber gut geplant sein, rät der Gartenexperte: „Die Sonne sollte nicht zu stark scheinen. Am besten wenn es bedeckt ist oder Regen angekündigt ist, denn viele Dünger sind hitzeempfindlich.“

Heckenschnitt mit Vorsicht
In der Zeit vom 1. März bis 30. September sind Rodearbeiten zum Schutz der Vogelwelt tabu. Davon ausgenommen ist aber der gärtnerische Rückschnitt. Hecken dürfen also jetzt auch Ende März geschnitten werden. Gartenexperte Nickel rät aber trotzdem Rücksicht auf mögliche Vogelnester zu nehmen: „Schauen Sie gerade bei immergrünen Hecken genau hin um die Brutruhe nicht zu stören.“

In Beeten muss das Unkraut raus
Hyanzinthen und Tulpen, die im November bereits gesetzt wurden, treiben jetzt aus. Erst wenn die verblüht sind, startet die eigentliche Beetpflege rät Experte Nickel: „Bei- und Wildkräuter (umgangssprachlich Unkräuter) sollten dann entfernt werden. Denn alles was Sie jetzt rausholen, kann nicht blühen und nicht aussamen und sich im Beet vermehren.“
Die Beete können jetzt auch gedüngt und gemulcht werden. Nickel empfiehlt hier zum Beispiel Piniendekorrinde bei Staudenpflanzungen.

Der Buchsbaumzünsler ärgert die Hobbygärtner
Ein Problem in heimischen Gärten bleibt der Buchsbaumzünsler. Die Raupe aus Ostasien frisst sich weiter durch die Buchsbäume im Lande. Nickel rät daher grundsätzlich davon ab, Buchsbäume zu pflanzen. Zu intensiv ist die Arbeit, die Raupen abzuernten oder gar mit speziellen Ölen den Befall zu verhindern. „Alternativ können immergrüne Pflanzen wie Eiben oder Ilex Crenata gepflanzt werden. Gerade Ilex Crenata ist dem Buchsbaum sehr ähnlich, ist allerdings auch teurer. Auch die Heckenmyrte ist eine Alternative.“

Für Salate und Tomaten ist es noch zu früh
Vor den Eisheiligen im Mai sollten Salatsetzlinge und Tomaten noch nicht ins Frühbeet, rät Nickel. Ins Gewächshaus dürfen die Pflanzen: „Neben der Kälte droht den Setzlingen auch ein Schneckenbefall.“

Kräftige Farben liegen im Trend
Das Gartenjahr 2017 wird bunt. Kräftige Farben liegen im Trend sagt Matthias Nickel: „Außerdem sind Kübelpflanzungen wieder gefragt. Gerade größere Kübel mit Gräsern sehen toll aus.“ Auch in kleineren Gärten und auf Balkonen sind Kübel wieder in, gerne auch mit Obst oder Gemüse. „Auf dunkleren Balkonen sollte man aber darauf achten, dass die Pflanzen mindestens sechs Stunden Sonnenlicht abbekommen“, rät Nickel. Gerade auch für Nutzpflanzen für Tomaten und Kräuter reicht das aber völlig aus. Aber: Gerade bei Pflanzen auf dem Balkon sollten Hobbygärtner auf ausreichend Wasser und Nährstoffe geachtet werden.

Quelle: Interview Matthias Nickel am 23.03.2017, Leiter Hephata Gartenshop; Bild: Agentur Tillmanns
 
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mit Kai Klüting
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