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22.01.2018 21:18

Einsatz im Hambacher Forst verlief friedlich - zahlreiche Barrikaden zur Freihaltung der Rettungs- und Einsatzwege geräumt - gefährliche Gegenstände entdeckt - 11 Personen vorläufig festgenommen-

 
Aachen/ Hambach/ Morschenich (ots) -

- Aachener Polizeipräsident und mehrere Landtagsabgeordnete

begleiteten den Einsatz im Hambacher Forst -

Der polizeiliche Einsatz im Hambacher Forst dauert derzeit noch
an.

Begleitet wurde der Einsatz in den Morgenstunden vom Aachener
Polizeipräsidenten Dirk Weinspach sowie mehreren Abgeordneten des
Landtags NRW. Die Aachener Polizei gab interessierten Parlamentariern
die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild von den polizeilichen
Maßnahmen und den Gegebenheiten vor Ort zu machen. "Wir werden es
nicht zulassen, dass Besetzer bestimmen, wer in den Wald darf und wer
nicht. Der Wald muss ein Ort sein, in dem sich alle Bürgerinnen und
Bürger, Polizei, RWE-Mitarbeiter und auch Demonstranten sicher und
vor allem uneingeschränkt bewegen können", betont Dirk Weinspach.
"Deshalb werden wir auch weiterhin unser polizeiliches Konzept
konsequent umsetzen und RWE regelmäßig ermöglichen, die Rettungswege
freizumachen und die Infrastruktur wieder herzustellen", so Weinspach
weiter. Letztmalig hatte RWE die Barrikaden auf der L 276 kurz vor
Weihnachten freigemacht und wird dabei auch in der Zukunft von der
Polizei gegen Angriffe gesichert .

RWE- Mitarbeiter machten heute mit entsprechenden Fahrzeugen die
als Rettungswege benötigten Waldwege im Bereich des Hambacher Forsts
frei. Sie entfernten dort aufgebaute Barrikaden und verfüllten
ausgehobene Gräben. Auf den Waldwegen befanden sich zudem diverse
selbstgebaute Holzgerüste, Tripods, Stehlen und Seilkonstruktionen,
die teilweise mit unter anderem auch angeketteten Personen besetzt
waren. Alle Personen wurden von den Holzkonstruktionen befreit, die
Konstruktionen abgebaut und beseitigt.

Für eine Person bestand nach Aussage des eingesetzten Arztes akute
Lebensgefahr, weil sie sich auf einer Stehle mit einem Bügelschloss
um den Hals festgekettet hatte und nicht mehr selbstständig befreien
konnte. Sie war derart mit der selbstgebauten Holzkonstruktion
verbunden, dass sie drohte sich zu strangulieren. Weil der
entsprechende Rettungsweg gleichzeitig durch ein mit drei Personen
besetztes Tripod versperrt war, hatten die Rettungskräfte Probleme
zeitgerecht zu dem Hilfsbedürftigen vorzudringen. Deshalb versuchten
die Polizeikräfte zunächst, die Personen auf dem Tripod verbal zum
Verlassen der Barrikade zu bewegen. Da mehreren Aufforderungen jedoch
nicht nachgekommen wurde, mussten die Arbeiter von RWE einen neuen
Rettungsweg durch den Wald zu der betreffenden Person schaffen. Dazu
mussten Bäume gefällt werden. Die Beamten befreiten die Person dann
zeitnah aus ihrer lebensbedrohlichen Lage.

In einer selbst ausgehobenen und mehrere Meter tiefen Grube befand
sich eine weitere angekettete Person, die sich nicht ohne weiteres
aus dem Loch befreien konnte. Die für die Gefahrenabwehr zuständige
Kreisverwaltung des Rhein-Erft-Kreises übernahm die weiteren
notwendigen Maßnahmen. Ihre Mitarbeiter werden durch Polizeikräfte
gesichert und unterstützt.

Im weiteren Einsatzverlauf fanden Polizeibeamte bei ihren
Maßnahmen eine Gewehrgranate. Für ihre Bergung wurde der zuständige
Kampfmittelbeseitigungsdienst angefordert. Aus Sicherheitsgründen
räumten die eingesetzten Beamten die nähere Umgebung um den Fundort,
sperrten ihn ab und stellten die Granate sicher.

Im Rahmen des Einsatzes fanden die eingesetzten Beamten im Wald
mehrere Depots mit gefährlichen Gegenständen. Sie stellten Krähenfüße
sowie Kanister und Christbaumkugeln mit unbekannten Flüssigkeiten,
pyrotechnische Gegenstände und eine 1,5 Liter Flasche, die als
Molotowcocktail präpariert war, sicher.

Insgesamt nahm die Polizei elf an den genannten Blockadeaktionen
beteiligte Personen zur Feststellung ihrer Personalien fest und
brachte sie ins Gewahrsam. Nach Entscheidung der Staatsanwaltschaft
Aachen sollen sieben Personen dem Haftrichter vorgeführt werden. Alle
erwartet nun ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen
Vollstreckungsbeamte.

Bei dem Einsatz kamen keine Personen zu Schaden; Mitarbeiter von
RWE, Aktivisten und festgenommenen Personen sowie die eingesetzten
Beamten blieben nach bisherigen Erkenntnissen unverletzt.
 
 
Quelle: www.presseportal.de
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